Kontraindikationen / Gegenanzeigen

Wann du kein EEG-basiertes Mentaltraining absolvieren solltest...

Auch wenn der positive Effekt und die Wirksamkeit von Meditation und verschiedenen Entspannungstechniken mittlerweile in zahlreichen wissenschaftlichen Studien belegt wurde, gibt es doch einige Fälle, bei denen Meditation, Entspannungstechniken oder ein Awakened Mind-Training nur unter Aufsicht und Anleitung von medizinischen oder therapeutischen Fachleuten durchgeführt werden sollte.

 

Ganz generell dienen die geführten Meditationen und verbalen Anleitungen, die wir vermitteln, der Selbsthilfe und Bewusstseinsentwicklung. Bedenke bitte, dass sie nicht als Ersatz für ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung bei ernsthaften Beschwerden zu verstehen sind.

 

In den folgenden Fällen solltest du kein Awakened Mind-Training machen:

  • behandlungsbedürftige psychische Erkrankungen, akute Krisen oder aktuelle Psychotherapien
  • Psychosen (z.B. Schizophrenie, bipolare Störung, endogene Depressionen, ...)
  • Einnahme von Psychopharmaka
  • Persönlichkeitsstörungen
  • Suchterkrankungen wie Drogen-, Alkohol- oder Medikamentenabhängigkeit
  • Depressionen
  • ADS (bestimmte Formen)
  • Epilepsie und ähnlichen Anfallserkrankungen
  • Herzerkrankungen, kürzlich vorgefallener Herzinfarkt oder Schlaganfall
  • Erkrankungen des zentralen Nervensystems
  • Thrombosen
  • geistige Behinderung
  • Schwangerschaft

 

Sollte eine dieser Kontraindikationen (= Gegenanzeigen) bei Dir vorliegen, frage bitte auf jeden Fall Deinen Arzt, Apotheker oder Psychotherapeuten, ob er dir eine Teilnahme empfiehlt und setze dich bitte in jedem Fall vor der Buchung eines Seminars mit uns in Verbindung.

Manche Kontraindikationen sind Gegenanzeigen, bei denen du das Training auf gar keinen Fall anwenden solltest, andere sind wiederum Gegenanzeigen, bei denen das Training nur von Menschen mit besonderen Fachkenntnissen, einer speziellen Ausbildung oder einer geeigneten medizinischen Qualifikation oder Heilerlaubnis angewendet werden sollte.

Du kannst gerne unser Kontaktfomular verwenden wenn du Fragen hast.

 


Schwangerschaft

Beim Awakened Mind-Training kommst du in Kontakt mit deinem Unterbewussten. Je nachdem, was dort "gespeichert" ist, kann das emotional sehr aufwühlend sein. Nachdem etwa 10% des mütterlichen Stresshormons Cortisol beim Ungeborenen landen und dort die emotionale und kognitive Entwicklung des Fötus negativ beeinflussen können, arbeite mit Schwangeren nur, wenn du fachlich dafür qualifiziert bist. Und bitte auch keine Entspannungsübungen: eine richtig tiefe Entspannung kann u.U. vorzeitige Wehen auslösen und zu Frühgeburten führen.


Psychosen

Davon, Psychosen ambulant zu behandeln, ist grundsätzlich abzuraten. Die Wirkung eines Trainings ist bei Psychotikern nur schwer abzuschätzen und u.U. kann sich der Zustand des Klienten verschlechtern. Die Behandlung von Psychosen gehört in ein klinisches Umfeld und unter die Aufsicht von Fachärzten.


Persönlichkeitsstörung

Bei Persönlichkeitsstörungen sind mit einem Awakened Mind-Training vermutlich ähnliche Effekte zu erwarten wie bei der Behandlung mit Hypnose: nämlich so gut wie keine Veränderungen und kaum eine Verbesserung der Situation des Klienten. Es zeigten sich immerhin aber auch keine Verschlechterungen.


Epilepsie

Veränderte Bewusstseinszustände können bei Epilepsie-Patienten u.U. einen Anfall provozieren und im ungünstigsten Fall sogar die Anfallshäufigkeit erhöhen. Epilepsie-Patienten gehören damit definitiv in die Hände von Fachleuten, die eine entsprechende medizinische Überwachung und Versorgung gewährleisten können.


Thrombose und Herzerkrankungen

Meditation führt oft zu einer tiefen Entspannung - die Blutgefäße weiten sich. Bei Thrombose-Patienten entsteht dadurch das Risiko, dass der Thrombus anfängt zu Rutschen, was im schlimmsten Fall zu einer lebensgefährlichen Embolie führen kann.

Für Menschen mit einem kürzlich erlittenen Herzinfarkt oder Schlaganfall gilt ein ähnliches Risiko. In der Regel ist nach ca. 3 Tagen bis 6 Wochen aber eine Tiefenentspannung keine Gefährdung mehr. Unbedingt aber mit dem behandelnden Arzt absprechen!


Erkrankungen des ZNS

Aufgrund einer Erkrankung und Schädigung des zentralen Nervensystems nach einem Unfall kann es in der Weitergabe von Informationen vom Körper ans Gehirn oder umgekehrt zu Fehlern kommen. Nachdem nicht absehbar ist, ob und in welchem Maß unerwünsche Nebenwirkungen auftreten, gehören auch Menschen mit Erkrankungen des ZNS ausschließlich in Fachhände.


Depression

Es gibt verschiedene Formen der Depression, die sich im Hinblick auf die neurologische Funktionsweise des Gehirns stark unterscheiden können. Auch für Therapeuten sind diese Unterschiede oft nicht einfach festzustellen.

Beim Awakened Mind-Training werden verschiedene Areale im Gehirn "heruntergefahren", andere werden stärker aktiviert, andere arbeiten anders zusammen. Ein "normales" Gehirn kann nach der Meditation relativ mühelos wieder in den gewohnten Wachzustand schalten. "Depressive Gehirne" arbeiten neurologisch aber anders und haben u.U. große Schwierigkeiten mit der Rückkehr in den normalen Wachzustand. Im schlimmsten Fall ist der Klient nach der Meditation "noch depressiver" als vorher - und das unabhängig vom Inhalt des Trainings.

Wobei hier noch gesagt werden sollte, dass nicht alles, was wir umgangssprachlich als "Depression" bezeichnen auch eine "echte" Depression ist - eine "normale" Trauer oder phasenweise Niedergeschlagenheit zählt nicht dazu.


ADS

ADS und ADHS sind die klassischen Anwendungsgebiete des medizinischen Neurofeedbacks, das eine speziell dafür verwendete Software benutzt. Die Neurofeedbacktherapeuten können meist mit der Kasse abrechnen und auch gewährleisten, dass das ADS-Training über einen längeren Zeitraum hin regelmäßig absolviert wird.

Entspannungstechniken können ADS aber, bei dem verschiedene Hirnareale sowieso schon unteraktiv sind, u.U. sogar noch verstärken.


Geistige Behinderung

Die Gehirne geistig behinderter Menschen funktionieren anders als ein "normales" Gehirn. Insofern sind auch die Wirkungen von Meditation und Mentaltraining nicht oder nur sehr schwer kalkulierbar: Entspannung kann in Aggression umschlagen, Phantasiereisen können als Horrortrip enden.


Suchterkrankungen

An einen Stoff wie Drogen, Medikamente und Alkohol gebundene Suchterkrankungen können die Gehirnfunktion stark beeinflussen und machen es mitunter unmöglich, den Menschen in einen Awakened Mind-Zustand zu führen. Ist der Klient "clean" kann das Awkaned Mind-Training helfen, Ressourcen aufzubauen und so den Übergang in ein suchtfreies Leben zu unterstützen. 

Ist die Sucht nicht an einen Stoff gebunden wie bei der Spielsucht, Kaufsucht, Internetsucht etc. ist das Gehirn nicht von einem extern zugeführten Stoff beeinflusst. Ein Awakened Mind-Training ist möglich, ebenso wie bei Nikotinsucht. Nikotin hat keine Auswirklung auf die Trancefähigkeit eines Gehirns. 


Psychopharmaka

Psychopharmaka verändern die Arbeit des Gehirns auf die eine oder andere Weise. Folglich wird der Mensch, der Psychopharmaka nimmt, auf das Mentaltraining mitunter anders reagieren als vielleicht gewohnt: stärker, schwächer oder gar nicht. Unter Umständen verändert der tranceähnliche Zustand des Awakened Mind-Patterns die Wirkung des Medikaments sogar: das Medikament könnte über einen bestimmten Zeitraum seine Wirkung verlieren oder, im Gegenteil, seine Wirkung extrem verstärken.

Anmerkung:

Die oben angeführten Kontraindikationen gelten für Hypnose. Der Awakened-Mind-Zustand hat aber gewisse Ähnlichkeiten mit einem Trancezstand und ist daher von den Kontraindikationen vermutlich ähnlich zu sehen.

Quelle: Ther-Medius-Institut.